Auswahl eines Gebers

Beachten Sie folgende Variablen, wenn Sie einen neuen Geber für Ihr Boot auswählen:


Material

Im ersten Schritt sollte das Material für das Gehäuse des Gebers ausgewählt werden.

  • Plastikgehäuse werden für Rümpfe aus Kunststoff (GFK) oder Metall empfohlen
  • Stahlgehäuse (Niro) werden für Rümpfe aus Stahl oder Aluminium empfohlen
  • Bronzegehäuse werden für Rümpfe aus Holz empfohlen, sie sind natürlich auch für GFK-Rümpfe geeignet

Bronze ist bei Holzrümpfen Plastikgebern vorzuziehen, da die Ausdehnung des Holzes Plastik beschädigen und damit ein Leck verursachen kann. Für die Installation eines Stahlgehäuses in einem Metallrumpf benötigen Sie einen isolierenden Anpassblock, Fragen Sie Ihren Raymarine Fachhändler.

Stahlgehäuse dürfen nicht in Booten mit positiver Masse installiert werden.


Montagearten

Ebenso ist die Montage des Gebers im Boot von besonderer Wichtigkeit.

  • Durchbruchgeber mit Anpassblock bieten die beste Leistung, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten
  • Durchbruchgeber mit Flachprofil sind besonders für Trailerboote geignet, bei denen nichts aus dem Rumpf herausstehen soll
  • Inneneinbaugeber durchbrechen den Rumpf gar nicht, das geht aber zu Lasten der Leistungsfähigkeit

Lesen Sie unseren Leitfaden zur Gebermontage


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Beachten Sie, dass der von Ihnen gewählte Geber auch über die Sensorik für die Daten verfügt, die Sie anzeigen möchten: Tiefe, Geschwindigkeit, Temperatur oder eine Kombination daraus.


Geberleistung

Die Leistung bezieht sich auf die Stärke, mit welcher der Geber das Signal (den "Ping") sendet, sie wird angegeben in Watt RMS (Root Mean Square, Effektivwert). Höhere Leistung erhöht die Wahrscheinlichkeit, in großen Tiefen oder schmutzigem Wasser ein Echo zu erhalten. Ebenso wird die Detailtreue verbessert, z.B. bei Köderfisch oder Bodenstrukturen. Allgemein gilt: je mehr Leistung verfügbar ist, desto tiefer können Sie "sehen" und desto detaillierter können Echos von Fisch und Bodenstrukturen von Störgeräuschen im Wasser getrennt werden.


Geberfrequenzen

Die Genauigkeit, mit welcher Ihr Fischfinder Boden findet und andere Objekte darstellt, hängt auch von der gewählten Frequenz für die aktuelle Wassertiefe ab. Raymarine Geber können auf zwei Frequenzen eingestellt werden: 200 kHz (hoch) oder 50kHz (niedrig).

200 kHz (hoch)

200 kHz funktioniert am besten bei Wassertiefen von weniger als 60 Metern, wenn Sie genaue Werte auch bei höheren Geschwindigkeiten benötigen. Höhere Frequenzen verbessern die Detailauflösung zum Auffinden kleiner Objekte auf einer begrenzten Fläche. Höhere Frequenzen sind weniger empfindlich gegen Störgeräusche und ungewünschte Echos und ergeben eine bessere Auflösung.

200khz Beispiel | Raymarine

Anzeige mit 200 kHz Signal bei 15m Wassertiefe

50 kHz (niedrig)

In tiefem Wasser werden 50 kHz bevorzugt. Das liegt daran, dass niedrigere Frequenzen durch Wasser weniger absorbiert werden, wodurch das Signal weitere Strecken zurücklegen kann, bevor es zu schwach für die Verarbeitung wird. Der Abstrahlwinkel ist größer bei geringeren Frequenzen, daher breitet sich ein ausgehender Puls besser aus und ein größerer Bereich unter dem Geber wird abgedeckt. Allerdings geht das zu Lasten der Auflösung und Trennschärfe; auch ist die Störanfälligkeit höher. Auch wenn niedrige Frequenzen tiefer "sehen" können, liefern sie dennoch ein weniger gutes Bild des Bodens.

Schlamm, weicher Sand und Pflanzenbewuchs am Boden absorbieren und streuen Schallsignale und ergeben somit ein dickeres Bodenbild. Felsen, Korallen und harter Sand reflektieren das Signal besser und ergeben eine insgesamt dünnere Bodenlinie. Das alles ist mit 50 kHz einfacher zu sehen, da die Bodenabdeckung in der Fläche größer ist.

Als Daumenregel sollten 200 kHz bei Tiefen von weniger als 60 Meter eingesetzt werden, wird es tiefer, schaltet man auf 50 kHz. Besser noch werden einfach beide Frequenzen nebeneinander in einem geteilten Bildschirm angezeigt.

50 kHz Beispiel | Raymarine

Anzeige mit 50 kHz Signal bei 15m Wassertiefe


Geberkegel

Der Geber konzentriert das ausgesendete Signal in ein Strahlenbündel. In der Theorie breitet sich der abgestrahlte Puls in Kegelform aus, der Kegel wird größer, je tiefer das Wasser wird. Im richtigen Leben jedoch ist die Strahlform vom Gebertyp abhängig und bildet zudem Nebenkeulen. Die Abbildung unten zeigt die Strahlausbreitung unter dem Boot.

Cone angles | Raymarine

Niedrigere Frequenzen haben einen weiteren Kegel als hohe Frequenzen.

Für diese Beschreibung gehen wir von einer idealisierten Kegelform aus. Das Signal ist in der Mitte des Kegels am stärksten und verringert sich zu den Rändern hin. Größere Winkel ergeben eine größere Bodenabdeckung, allerdings zu Lasten der Auflösung, da die vorhandene Leistung auf eine größere Fläche verteilt wird. Der schmalere Kegel konzentriert die Leistung in einem kleineren sichtbaren Bereich. Geberkegel sind bei niedrigen Frequenzen breiter und bei hohen Frequenzen schmaler.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein breiterer Kegel Fisch auch um das Boot herum und nicht nur darunter anzeigen kann; darunter leidet aber die Auflösung einzelner Ziele (Fische). Mit einem schmalen Geberkegel kann man kleine Ziele fein unterscheiden (wie Fisch oder Bodenstruktur), aber es wird nur eine kleine Wasserfläche abgedeckt.

Transducer Beam shapes | Raymarine

In Wirklichkeit ist die Strahlform des Signals vom Gebertyp abhängig und bildet Nebenkeulen.