So stellt Raymarine andere Testeinrichtungen deutlich in den Schatten

So stellt Raymarine andere Testeinrichtungen deutlich in den Schatten

Dienstag, Dezember 17, 2019


Zum Abschluss unseres Rundgangs durch das Raymarine Testzentrum für Umgebungsbedingungen werden wir Zeuge der Sturzfestigkeits- und Stromversorgungstests sowie einer Reihe von Prozeduren, welche die Widerstandsfähigkeit eines Produkts gegenüber elektromagnetischen Feldern sicherstellen sollen.

Wenn man die Mitarbeiter im atemberaubenden Raymarine Testzentrum für Umgebungsbedingungen dazu auffordert, „alles fallen zu lassen“, dann nehmen sie dies wörtlich. Nachdem die Produkte bereits in den Wärmekammern, im Nassraum, im Salzsprühnebelraum und im Rüttelraum eine äußerst grobe Behandlung über sich ergehen lassen mussten, steht ihnen nun die weniger ausgeklügelte (aber nicht minder wichtige) Prozedur des Sturzfestigkeitstests bevor.

Zunächst wird jedes Raymarine Produkt in seiner Verpackung von allen Seiten auf seine Sturzfestigkeit getestet, um sicherzustellen, dass sich die Produkte nach dem Versand immer noch in einem einwandfreien Zustand befinden. Anschließend werden die Produkte auch ohne jeglichen Schutz auf ihre Sturzfestigkeit getestet. Dafür werden Stöße und eine unsachgemäße Behandlung während der Installation simuliert.

Nach diesem schroffen Intermezzo geht es für die Produkte sofort zum Bereich für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) weiter. Hier werden die IEC-60945-EMV-Tests mit unternehmenseigenen Verfahren kombiniert. Dazu gehören unter anderem Stromversorgungstests, um sicherzustellen, dass die Produkte innerhalb des gesamten Spannungsbereichs, in dem sie betrieben werden könnten, einwandfrei funktionieren.

Raymarine - Test Centre

Bei diesen Tests werden Probleme wie Spannungsabfälle, Anlaufströme und Spannungsspitzen untersucht. Da Interferenzen, die durch das Einschalten anderer Bootssysteme entstehen, die gemeinsam genutzte Stromversorgung beeinträchtigen können, stellen diese Tests sicher, dass die Produkte weiterhin einwandfrei funktionieren.

Spätestens beim Betreten der eindrucksvollen Störfestigkeitskammer, deren Wände mit einem pyramidenförmigen Material ausgekleidet sind, fühlen sich die Besucher des Testzentrums unausweichlich an das Hightech-Labor von Q in den James-Bond-Filmen erinnert. Die in dieser Kammer ausgeführten Tests stellen sicher, dass die Produkte immer noch effizient funktionieren, wenn sie einem starken elektromagnetischen Feld ausgesetzt werden.

Raymarine - Test Centre

Das absorbierende Material an den Wänden verhindert Reflexionen. Dadurch wird nur das direkte Signal von der Antenne empfangen. Dies erleichtert die Erzeugung eines einheitlichen Testfelds. Bei diesem Prozess wird die Sendeantenne am entlegenen Ende des Raums aufgestellt und das Produkt auf einem Tisch im vorkalibrierten Feld platziert. Dabei wird es überwacht, um sicherzustellen, dass es unter Einwirkung des elektromagnetischen Felds einwandfrei funktioniert, ohne dass beispielsweise störende Interferenzlinien auf den von einer Videokamera übertragenen Bildern auftreten.

In einer separaten Kammer wird dann im Rahmen des Störaussendungstests untersucht, ob das Produkt unbeabsichtigt elektromagnetische Energie abgibt. Diese Kammer ist ein Faradaykäfig: Um Interferenzen von externen Signalen zu verhindern, besteht die äußere Kammer aus zwei Stahlschichten. In ihrem Innern unterbindet eine Kombination aus Ferritkacheln und einem blauen Absorber das Auftreten von Reflexionen.

Spätestens jetzt möchte man der eindrucksvollen und atemberaubenden Gründlichkeit der Raymarine Testverfahren laut applaudieren. Dabei waren das längst noch nicht alle Tests, die Raymarine in seinem Testzentrum ausführt. Da wären beispielsweise noch die AIS-Simulatoren, mit denen die AIS-Transceiver getestet werden, die DSC-Basisstation-Simulatoren für die Funkgeräte, die GNSS-Simulatoren oder die WLAN-Simulatoren ... Das Ganze ist eine gewaltige Investition, die jeden einzelnen Cent wert ist.

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